Die „Super Mario Bros.“-Trilogie auf dem Nintendo Entertainment System (NES) zählt zu den einflussreichsten Spielereihen der Videospielgeschichte. Zwischen 1985 und 1990 veröffentlicht, legten diese drei Titel nicht nur das Fundament für das Jump-’n’-Run-Genre, sondern prägten die Popkultur und die Spieldesign-Philosophie für Jahrzehnte. Jeder Teil der Reihe brachte bedeutende Innovationen mit sich – sowohl spielerisch als auch technisch – und trug dazu bei, Nintendo als führenden Hersteller von Videospielen zu etablieren.
Super Mario Bros. (1985)
Der erste Teil war ein Meilenstein. In einer Zeit, in der Videospiele noch relativ einfach strukturiert waren, brachte Super Mario Bros. ein durchgängiges Leveldesign, präzise Steuerung und eine klare visuelle Sprache auf den Bildschirm. Die Idee, die Spielwelt von links nach rechts zu durchqueren, wurde hier perfektioniert und gilt bis heute als Standard.
Warum es ein Klassiker ist:
Revolutionäres Side-Scrolling-Leveldesign
Kultiger Soundtrack von Koji Kondo
Eingängiges, aber präzises Gameplay
Weltweite Popularität und Grundstein für Nintendos Erfolg
Super Mario Bros. 2 (1988, westliche Version)
Dieser Teil war ursprünglich kein echtes Mario-Spiel, sondern ein umgewandeltes Spiel namens Doki Doki Panic. Nintendo of America hielt das japanische Original (Super Mario Bros.: The Lost Levels) für zu schwer für westliche Spieler. Deshalb wurde ein anderes Spiel umgestaltet, mit Mario-Charakteren versehen und als Super Mario Bros. 2 veröffentlicht.
Warum es ein Klassiker ist:
Neue Spielmechaniken wie das Aufheben und Werfen von Gegnern
Auswahl zwischen vier Charakteren mit individuellen Fähigkeiten
Exotisches Setting und fantasievolles Design
Obwohl es kreativ ist, fühlt es sich spielerisch deutlich weniger wie ein typisches Mario-Spiel an. Die Steuerung ist unpräziser, das Gameplay uneinheitlicher, und es fehlt der typische Flow, den die anderen Teile bieten. Im Vergleich wirkt es wie ein Seitenschritt, wenn auch ein mutiger.
Super Mario Bros. 3 (1990)
Super Mario Bros. 3 gilt als Höhepunkt der NES-Ära. Es kombiniert alles, was die vorherigen Spiele stark machte, und erweitert sie um eine Fülle neuer Ideen: eine Weltkarte, Power-Ups wie den Tanuki-Anzug, vielfältige Level-Themen und ein brillantes Spieldesign, das Kreativität und Herausforderung perfekt vereint.
Warum es ein Klassiker ist:
Riesiger Umfang und Abwechslungsreichtum
Einführung der Weltkarte
Durchdachtes Leveldesign mit vielen Geheimnissen
Technisch beeindruckend für die NES-Hardware
Die Super Mario Bros.-Reihe auf dem NES ist ein Paradebeispiel für die Evolution von Videospielen. Jeder Teil spiegelt seinen eigenen Entwicklungszeitpunkt wider: Teil 1 als Pionier, Teil 2 als experimenteller Ausreißer und Teil 3 als perfektionierter Höhepunkt.
Im direkten Vergleich ist Super Mario Bros. 2 der schwächste Teil – nicht weil es schlecht ist, sondern weil es am wenigsten „Mario“ im Herzen trägt. Dennoch bleibt es ein spannender Ausflug mit eigenen Reizen.