Kategorie | Spezifikationen |
Prozessor | Motorola 68070 @ 15,5 MH |
Grafikprozessor | SPCD8250 Grafikchip |
Speicher | 1 MB RAM |
Speichermedium | CD-ROM |
Sound | Stereo |
Controller | Philips Infrarot-Fernbedienung |
Erscheinungsjahr | 1991 |
Verkaufspreis | ca. $799 |
1. The 7th Guest
2. Hotel Mario
3. Interactive Encyclopaedia: 21st Century Edition
4. Lemmings
5. Burn:Cycle
Das Philips CD-i (Compact Disc Interactive) wurde 1991 eingeführt und war ein ambitioniertes Multimedia-System seiner Zeit. Mit einem Motorola 68070-Prozessor, einem CD-ROM-Laufwerk und einem breiten Spektrum an Anwendungen, darunter Spiele, interaktive Enzyklopädien und Lernprogramme, versprach das CD-i eine revolutionäre Erfahrung.
Die Entscheidung von Philips, das CD-i für verschiedene Hersteller zu öffnen, war innovativ. Die Lizenzierung an verschiedene Hersteller ermöglichte eine breite Produktionsskala und senkte die Kosten.
Ein markantes Merkmal war die Verwendung einer Infrarot-Fernbedienung als primärer Controller, was dem CD-i eine benutzerfreundliche Bedienung für verschiedene Anwendungen bot. Für Spiele war die Fernbedienung allerdings eher ungeeignet.
Hoher Verkaufspreis: Der Verkaufspreis von etwa $799 war zu hoch für den Massenmarkt. Dies schreckte potenzielle Käufer ab, besonders wenn andere kostengünstigere Unterhaltungsoptionen verfügbar waren.
Fragmentierung durch offene Lizenzierung: Die Entscheidung, das CD-i für verschiedene Hersteller zu öffnen, führte zu einer Fragmentierung des Marktes. Unterschiedliche Versionen des CD-i von verschiedenen Herstellern erschwerten die Entwicklung und Optimierung von Inhalten.
Mangelnde Exklusivität von Inhalten: Die offene Lizenzierung führte auch zu einem Mangel an exklusiven Inhalten, da Entwickler zögerten, speziell für das CD-i zu entwickeln. Dies minderte den Anreiz für Verbraucher, sich für diese Plattform zu entscheiden.
Starke Konkurrenz: Zu der Zeit, als das CD-i eingeführt wurde, gab es bereits etablierte Konkurrenten wie Sega und Nintendo, die erfolgreichere Konsolen auf dem Markt hatten. Das CD-i konnte sich nicht als überlegene Alternative durchsetzen.
Qualitätsprobleme bei Spielen: Die Qualität einiger Spiele für das CD-i, insbesondere solcher mit Nintendo-Marken, wurde stark kritisiert. Dies trug dazu bei, das Ansehen der Plattform zu schmälern.
Fehlende Fokussierung: Die Vielseitigkeit des CD-i in Bezug auf Anwendungen wie interaktive Enzyklopädien und Lernprogramme mag zwar innovativ gewesen sein, aber die mangelnde klare Ausrichtung auf Gaming führte dazu, dass es keine klare Zielgruppe ansprach.
Philips erhielt die Lizenz, Spiele mit Nintendo-Marken für das CD-i zu entwickeln, nachdem Nintendo die Vereinbarung zur Entwicklung eines CD-Addons für das SNES aufgelöst hatte. Die Aufhebung dieser Vereinbarung ermöglichte es Philips, Spiele mit Charakteren wie Mario und Zelda zu produzieren. Diese ungewöhnliche Allianz sollte dazu dienen, rechtliche Angelegenheiten zwischen den Unternehmen zu klären. Die resultierenden Spiele, wie "Hotel Mario" und "Link: The Faces of Evil", waren jedoch weitgehend kritisiert und trugen nicht zur positiven Wahrnehmung des CD-i bei. Diese ungewöhnliche Allianz bleibt ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte der Videospiele.