Die WonderSwan war eine tragbare Spielkonsole des japanischen Herstellers Bandai, die am 4. März 1999 ausschließlich in Japan erschien. Entwickelt wurde sie von Gunpei Yokoi und seinem Team bei Koto Laboratory – dem legendären Entwickler des Nintendo Game Boy.
Ziel war es, eine kostengünstige, energieeffiziente und dennoch leistungsfähige Alternative zu Nintendos Handhelds zu schaffen. Die WonderSwan überzeugte durch lange Batterielaufzeit, innovatives Steuerungslayout und ein kompaktes Design.
Prozessor: NEC V30 MZ, 16-Bit, ca. 3,072 MHz
Arbeitsspeicher: 64 KB RAM
Anzeige: 2,49″ FSTN-LCD, 224 × 144 Pixel, 8 Graustufen
Ton: 4-Kanal-Digital-Sound (PCM)
Speichermedium: ROM-Cartridges
Stromversorgung: 1 × AA-Batterie (bis zu 30–40 Stunden Laufzeit)
Gewicht: ca. 110 g
Abmessungen: 121 × 74,3 × 24,3 mm
Die WonderSwan verfügte über rund 200 Spiele, die ausschließlich in Japan veröffentlicht wurden. Viele davon basierten auf bekannten Anime- und Manga-Lizenzen.
Final Fantasy I, II und IV (Square)
Digimon Adventure (Bandai)
One Piece: Grand Battle Swan Colosseum
Gundam: MSVS (Mobile Suit Versus)
Tetris
Rockman & Forte: Mirai kara no Chōsensha
GunPey – ein Puzzlespiel, das nach Gunpei Yokoi benannt wurde
Die WonderSwan unterschied sich in mehreren Punkten von ihren Konkurrenten wie Game Boy oder Neo Geo Pocket:
Zwei Steuerkreuze:
Die Anordnung erlaubte sowohl horizontale als auch vertikale Ausrichtung – je nach Spielkonzept.
Lange Batterielaufzeit:
Mit einer einzigen AA-Batterie konnten bis zu 40 Stunden gespielt werden – Rekordwert für damalige Handhelds.
Ergonomisches Design:
Leicht, kompakt und robust – mit Fokus auf Tragbarkeit und Stromsparsamkeit.
Farb- und Kompatibilitätsstrategie:
Alle Spiele der Originalversion waren auch auf WonderSwan Color und SwanCrystal lauffähig.
Regionale Exklusivität:
Die WonderSwan erschien nie außerhalb Japans, was sie heute zu einem begehrten Sammlerstück macht.
Trotz ihrer Qualität und Innovation blieb die WonderSwan auf den japanischen Markt beschränkt. Sie verkaufte sich insgesamt rund 3,5 Millionen Mal (alle Modelle zusammen).
Hauptkonkurrenten waren der Game Boy Color und später der Game Boy Advance, die international deutlich erfolgreicher waren.
In Japan konnte Bandai zeitweise einen spürbaren Marktanteil gewinnen, vor allem durch exklusive RPGs und Anime-Lizenzen. Dennoch wurde die Produktion 2003 eingestellt.